Körperbewusstsein

Die Erfahrung der Zustände schließt den grobstofflichen Bereich mit ein. Bei spiritueller Praxis wie der Meditation wird jedoch meistens schnellstmöglich versucht, in höhere Sphären aufzusteigen, um feinstoffliche Erfahrungen zu machen und schließlich in die Leere (bzw. Fülle) einzutauchen. Der Körper ist grob, die unteren Chakren animalisch. Erleuchtung findet oben statt und ist eine Befreiung von der unvollkommenen, vergänglichen Materie – die uns nicht selten Schwierigkeiten bereitet und ein ums andere Mal unbewusst ins Fettnäpfchen treten lässt. Doch solche Gedanken werten das „Wunder" Körper ab. Es ist Zeit, dem Körper wieder seinen "gleichwertigen" Platz zuzugestehen. In der Materie, in jedem Menschen findet die Schöpfung ihren evolutionären Ausdruck. Gott/die Göttin, die Existenz, das allumfassende Bewusstsein – oder wie immer wir es nennen – möchte sich durch uns in der Welt entfalten und weiterentwickeln. Wir sind die Verkörperung dieser Schöpfungsenergie.  Körperbewusstsein ist mehr als die selbstbewusste Präsentation der äußeren "Schale". Körperbewusstsein bedeutet, in jeder Zelle des Körpers Bewusstsein zu manifestieren. Das ist fühlbar, in einer Präsenz, die uns uns selbst nahe sein lässt – und die andere als Ausstrahlung wahrnehmen, Ausstrahlung, die individuell und auch universell ist. Liebe, Freude und Lebendigkeit sind z. B. essenzielle Qualitäten, die Körperbewusstsein charakterisieren. Nur, wenn wir Körperbewusstsein mit ins "Boot nehmen" zu Geist und Seele, erfahren wir Bewusstsein in allen Zuständen und auf allen Ebenen.



Der Körper – ein Teil der Seele

Wann immer sich eine Seele entschließt, Mensch zu werden, löst sie sich aus der feinstofflichen Einheit und verdichtet einen Teil zu Materie. Dieser wird zum Körper, durch den die Seele lebt und der ein Abbild ihrer selbst ist.  Von Heide Güse, HP (Psych.), Herford

Gleichzeitig ist dies die erste große Trennung der Seele auf ihrer Reise ins Leben und ihr Schmerz über den Verlust der Einheit wird ebenfalls beim Heranwachsen manifestiert. Sie sind mit ein Grund dafür, dass Menschen so viel Angst vor dem Verlassen-Werden haben. Mithilfe von klanggeleiteter Rückführung zum Zeitpunkt vor dem Verlassen der Einheit und bewusstem Durchlaufen der einzelnen Entwicklungsstadien des Mensch-Werdens können neue Erfahrungen gemacht und Traumas überwunden werden. Da alles Schwingung ist, werden auch die Prozesse im Körper von äußeren Energien beeinflusst: Gefühle, Qualität der Nahrung, Elektrosmog, Familiendynamik, Frieden, Glaubenssätze, Erinnerungen etc. Sobald wir schädliche Einflüsse beseitigen, wird das Körper-Seelen-System entlastet. Ein interessantes Experiment zum Zellbewusstsein beschreibt Bruce Lipton in „The living matrix“: 2 identische Körperzellen wurden mittig in 2 verschiedene Petrischalen gelegt. Während in der 1. Schale zwischen Zelle und Schalenrand ein Tropfen Nährlösung gegeben wurde, wurde in der 2 Schale ein Tropfen Gift gegeben. Die Schalen wurden über Nacht in den Brutofen gestellt. Am nächsten Morgen war in der 1. Schale die Körperzelle zur Nährlösung hin gewandert, in der anderen Schale jedoch war die Zelle zum gegenüberliegenden Schalenrand gewandert, also weg vom Gift. Körperzellen haben demnach ein natürliches "Bewusstsein" dafür, was gut für sie ist und sie entsprechend handeln lässt. Eigentlich bräuchten wir Menschen „nur“ auf unsere innere Stimme zu hören, die uns in Momenten der Stille klar sagt, was wir tun sollen. Doch leider fällt es vielen Menschen schwer, regelmäßig in sich zu gehen. Bleiben wir länger unachtsam, können Körperzellen Unwohlsein und Krankheiten bilden, die den Menschen zwingen, sich mit sich auseinanderzusetzen und Veränderungen vorzunehmen. Viele Redensarten spiegeln das wieder: etwas schlägt einem auf den Magen, man zerbricht sich den Kopf, man könnte aus der Haut fahren ... Klangtherapie ist beispielsweise eine leichte und effektive Methode, bei der heilend wirkende Informationen direkt ins Unterbewusstsein und bis in die Körperzellen hinein geschwungen werden. Die Zellen schalten um und lassen Veraltetes gehen. Stress fällt sofort ab und der Körper wird frei. Wärme breitet aus, die ein Zeichen für ins Fließen geratene Energien ist.


Körperbewusstsein: Gibt es Bewusstsein ohne Körper?

Oft habe ich in meiner Praxis Menschen mit hochgezogenen Schultern, verkrampften Händen, einwärts gekehrten Füßen gesehen. Oder der Mensch fror permanent, hatte eiskalte Hände oder Füße und so weiter. Von Edda Richtzenhain

Dann versucht dieser Mensch angestrengt und gewissenhaft, sein Problem zu schildern, denn er will ja Abhilfe von irgendeinem bedrückenden Zustand. Wenn ich dann nachfrage und z. B. auf die angespannten Schultern hinweise, kommen oft Antworten wie: „Ja, das habe ich schon immer.“ Oder: „So? Das merke ich gar nicht.“ Oder: „Naja, das macht mir immer mal wieder zu schaffen.“ Die Tendenz ist meistens, die Körpersymptome kleinzureden, abzuschütteln oder zu ignorieren, als seien sie etwas peinlich. Besonders dann, wenn sie im Grunde schon chronisch sind. Eigentümlich in unserem Zeitalter des Körperkults. Wir neigen zu Extremen im Umgang mit dem eigenen Körper. Zum einen wird er mit Sport, Kosmetik, Wellness, „gesunder“ Ernährung und plastischer Chirurgie auf das Optimum getrimmt. Andererseits wird er unter allen möglichen ideologischen, oft religiös verbrämten Gesichtspunkten verpönt, als irgendwie niedrig eingestuft und nur mit möglichst billigen Nahrungsmitteln versorgt. Und kaum einer betrachtet ihn als das, was er ist: Unser Vehikel für das Leben. Wir „überwinden“ ihn noch früh genug, manchmal viel früher als uns lieb ist. Wenn wir sterben. Aber auch diese „Aussicht“ wird gern ausgeklammert. In meiner Ausbildung zum Familienstellen kam viel Körperarbeit vor, denn mein Lehrer kam aus der Bioenergetik. Wenn ein Klient oder ein Stellvertreter in der Aufstellung eine auffällige Körperhaltung einnahm, sagte er gerne: „Stell dich mal selber so hin, nimm mal genau diese Haltung ein, dann merkst du, was es ist!“ Stimmt. Die Aufstellungsarbeit ist ohne Körperwahrnehmung gar nicht vorstellbar. Der Körper gibt alle Hinweise, die des Klienten genauso wie die des Stellvertreters. Hier kriegt das berühmte Körpergedächtnis eine Bühne. Der Körper speichert alles, was dem Bewusstsein entgangen oder entzogen ist, und zwar ohne durch intellektuelles bzw. rationales Interpretieren die Dinge zu verfälschen. Schon Oskar Adler, der große alte Astrologe, Arzt und Musiker wusste: Der Körper ist unser ganz persönliches fein gestimmtes Instrument, unsere „Uhr“, die anzeigt, ob wir, gemessen am jeweils eigenen Strickmuster, richtig ticken. In der Aufstellungsarbeit zeigt sich immer wieder: Auch wenn ich den Grund für meine Schmerzen, Ängste, Mobbingsituationen oder was immer mich drangsaliert, nicht kenne, heißt das nicht, dass es keinen gibt. Es gelingt nicht immer, das loszulassen, zu ignorieren oder wegzuschicken, was quält. Oft verbeißt es sich hartnäckig. In aller Regel kommen diese Widrigkeiten aus dem Familiensystem. Wir sind schließlich nicht nur körperliche Erben unserer Ahnen. Wir erben auch, was sonst so herumgeistert. Seit Bert Hellinger die Aufstellungsarbeit in den 70er Jahren begann, ist sie ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Teilweise sehr zu Recht, denn die „Ordnungen der Liebe“ sind unsinnig, wo ignoriert wird, dass in Familien Verachtung, Hass, Gleichgültigkeit und Verlogenheit (meist unter dem Tarnmäntelchen von Sorge, Moral oder Ideologie) herrschen. Man sollte die Ahnen nur ehren, wenn sie ehrbar sind. Sonst schadet man sich selbst, weil man möglicherweise ohne es zu wissen schlimme Dinge ehrt. Und dann geht man womöglich mit hochgezogenen Schultern durchs Leben und schämt sich irgendwie dafür ...


Der Körper ist der Tempel der Seele ...

... höre ich oft, und es klingt schon fast ein wenig abgedroschen. Aber was für einen Tempel biete ich meiner Seele eigentlich an?  Von Maria Jeanne Dompierre

Und welche Möglichkeiten der Entfaltung biete ich meiner Seele darin an? Ich weiß genau, wie mein Tempel aussehen soll, in dem meine Seele sich geborgen fühlt, ihre Bedürfnisse erfüllen und die pure Lust am Leben feiern kann. Um Freude am und im Körper zu spüren, muss ich meine Umwelt mit allen mir zur Verfügung stehenden Sinnen erfassen können – es ist Sinnlichkeit im wahrsten Sinne des Wortes. Aber wie entwickle ich Sinnlichkeit, frage ich mich, nackt vor dem Spiegel stehend. Ich drehe mich ein Mal um die eigene Achse und lächle mich im Spiegel an: Es gefällt mir gut, was ich da sehe. Verschmitzt zwinkere ich mir selbst zu und mache mich auf die Suche nach meinem Partner – ich fühle mich gerade sehr sexy ...


Luipers, Wim: Die Heilkraft des Gehens

Gehschule

Von anlö

 

Auf der Basis der Feldenkrais-Methode hat Wim Luijpers eine Fuß- und Gehschule entwickelt, die Menschen helfen kann, zu einem ganz neuen, beschwingten Geh- und Bewegungsgefühl zu kommen und die Heilkraft gesunden Gehens für Körper und Psyche verfügbar zu machen.

 

Gut verständliche, wissenschaftliche Ausführungen und behutsame Schritt-für-Schritt-Anleitungen in Wort und Bild bilden in "Die Heilkraft des Gehens" ein leicht nachvollziehbares Lernprogramm für den Alltag.

 

"Die Heilkraft des Gehens" von Wim Luipers Goldmann Verlag, 247 Seiten.

Körper-Bewusstsein

Was bedeutet es, sich seines Körpers bewusst zu sein? Bewohnen wir unseren Körper mit Achtsamkeit und Aufmerksamkeit? Genießen wir die Sinnlichkeit des Lebens in all ihrer Bandbreite? Erlauben wir uns, tief verwurzelt zu sein im Irdischen und dies als Basis unserer gelebten Spiritualität anzunehmen?  Von Gundula Adler

Sich in seiner Körperlichkeit zur Gänze anzunehmen, fällt schwer. Oft verfallen wir in Selbstablehnung, weil wir meinen, den allgemeingültigen Normen nicht zu genügen. So finden wir heute auf der einen Seite eine Überbetonung der Körperlichkeit mit einseitiger Fixierung auf Fitness, Schlankheit und Makellosigkeit.

 

Auf der anderen Seite finden wir eine Tendenz zur Vernachlässigung der eigenen Körperlichkeit, schlechten Ernährungsgewohnheiten und mangelnder Bewegung. Beide Pole können als ein Ausdruck mangelnder Selbstliebe gesehen werden. Oft findet sich ein tief verankertes Gefühl von „Ich bin nicht in Ordnung, so wie ich bin, und kann mich selbst nicht annehmen“. Ein hohes Maß an negativer Gedankentätigkeit untermauert diese Selbstablehnung noch zusätzlich und ein nagendes Gefühl von Belastung sabotiert die Lebensfreude.

 

Gönnen wir unserem Körper das natürliche Bedürfnis nach lustvoller Bewegung, das Spüren der eigenen Kraft und Beweglichkeit, die Schönheit und Eleganz der Bewegungsabläufe?

 

Folgen wir unseren Impulsen nach frischer gesunder Nahrung oder haben wir uns schon soweit von unserem Ursprung entfernt, dass unsere Instinkte nicht mehr wahrnehmbar sind, dass Hunger- und Sättigungsgefühl nicht mehr den natürlichen Rhythmen folgt? Sind wir nicht schon längst vom Überangebot an Nahrung völlig übersättigt und müssen uns eingestehen, dass unsere schlechten Ernährungsgewohnheiten mittlerweile schon fast Suchtcharakter angenommen haben und der eigene Mangel damit kompensiert wird?

 

Worum geht es? Maßvoll in die eigene Mitte zu kommen, eine Ausgewogenheit herzustellen. Ohne das Bewusstsein, dass wir unseren Körper als den Tempel unserer Seele schätzen und ehren dürfen, fehlt etwas Essentielles. Das, was wir im Herzen, im Innersten entwickelt haben, ist das, was am Ende ein erfülltes, mit allen Sinnen in Freude, Lust und Liebe gelebtes Leben ausmacht.

 

Und dieses Leben findet in und mit unserem Körper statt. Ein Körper, mit Liebe angenommen, umhegt und gepflegt, wohl genährt mit bekömmlicher Nahrung, vital durch ausreichende Bewegung, ist Ausdruck von Selbstliebe. Unser Körper spiegelt uns auf einfache und ehrliche Weise, wie es um unsere Selbstliebe bestellt ist. Sie gilt es zu kultivieren und aus dieser Position heraus darf Veränderung auf mühelose Weise geschehen. So kann unser Körper wahrhaft zum Tempel unserer Seele werden und Basis sein für lebendige, mit allen Sinnen gelebte Spiritualität.


Auf den eigenen Körper hören – für mehr Gesundheit und Selbstakzeptanz

Viele Menschen behandeln ihren Körper wie einen Tempel, den es zu hegen und pflegen gilt. Schließlich tragen seine Gesundheit und seine Fitness maßgeblich zum psychischen Wohlbefinden bei. Und angesichts der vielfältigen Belastungen lässt sich gar nicht hoch genug schätzen, was der menschliche Körper tagtäglich leistet. Trotzdem sind gerade Frauen oft sehr unzufrieden mit ihrem Körper – sie fühlen sich in ihrer Haut nur selten rundum wohl.  Von sk

Sie sehen vor allem die vielen "Makel" und Abweichungen von gängigen Schönheitsnormen und vergessen dabei, dass gesund zu sein die eigentliche Aufgabe unseres Körpers ist. Doch wie kann man lernen, seinen Körper zu lieben und ihm genau das zu geben, was er braucht?

Übung macht den Meister

 

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen: Um Selbstakzeptanz zu lernen, braucht man Übung und Geduld. Denkmuster, die sich über Jahrzehnte verfestigt haben, verschwinden nicht einfach innerhalb einiger Wochen. Eine Möglichkeit ist beispielsweise, jeden Tag fünf Dinge aufzuschreiben, die man an sich mag. Nach einiger Zeit werden die positiven Gedanken im Gehirn präsenter sein als die negativen. Viele tendieren dazu, sich vor sich selbst zu verstecken – sie sollten jedoch genau das Gegenteil tun. Regelmäßig in den Spiegel zu schauen, kann sehr hilfreich sein. Dabei erkennt man nämlich, dass der eigene Körper nicht nur Makel hat, sondern seine ganz eigene Schönheit besitzt.

 

Signale des Körpers wahrnehmen und verstehen

 

Auch Meditation und Achtsamkeit im Alltag können dabei helfen, den Anspruch an das Erscheinungsbild des eigenen Körpers herunterzuschrauben. Geht man achtsam durchs Leben, lernt man mit der Zeit, auf die Signale seines Körpers zu hören. Braucht er mehr Schlaf? Fehlen ihm bestimmte Nährstoffe? Ist die Muskulatur unterfordert und ist es daher Zeit für einen Spaziergang oder eine Yoga-Session? Der Körper teilt uns nämlich mit, was er benötigt und was nicht – wir müssen nur wieder lernen, seine Signale zu verstehen. In unserem schnelllebigen Alltag haben jedoch viele keine Zeit dafür. Gibt man dem Körper aber das, was er braucht – nicht mehr und nicht weniger –, beginnt man nach einer Weile, sich wohler zu fühlen.

 

Sei nicht so hart zu dir selbst

 

Bedürfnissen nachzugeben bedeutet auch, sich ab und an etwas zu gönnen. Durch das Angebot von Onlineshops zu stöbern zum Beispiel, und neue Damenkleider zu kaufen, in denen man sich richtig wohlfühlt. Oder endlich mal wieder ein gutes Buch zu lesen. Wir nehmen uns einfach zu wenig Zeit für uns selbst und geben zu selten dem nach, wonach uns wirklich ist. Es gibt beispielsweise keine unpassende Kleidung für bestimmte Figurtypen – jeder sollte einfach tragen, worauf er Lust hat. Letztlich zählt nur, wie wir uns darin fühlen. Wer das verstanden hat, fühlt sich einfach wohler in seiner Haut.


Höre auf deinen Körper, er erzählt dir alles ...

Nur ist uns leider meist die Fähigkeit abhanden gekommen, unseren Körper wirklich zu verstehen. Da kommt man auf die Idee, Schokolade zu essen, weil man Hunger auf Süßes verspürt – absolut falsch verstanden.  Von Kristina König, Heilpraktikerin, Bielefeld

Da geht man in kühlere Räume, weil einem auf einmal sehr warm wird – meist auch falsch verstanden und man lutscht einen Pfefferminz, weil man merkt, man hat Mundgeruch – Sie wissen schon was kommt: wieder falsch verstanden.

 

Nur ist uns leider meist die Fähigkeit abhanden gekommen, unseren Körper wirklich zu verstehen. Da kommt man auf die Idee, Schokolade zu essen, weil man Hunger auf Süßes verspürt – absolut falsch verstanden. Da geht man in kühlere Räume, weil einem auf einmal sehr warm wird – meist auch falsch verstanden, und man lutscht einen Pfefferminz, weil man merkt, man hat Mundgeruch – Sie wissen schon was kommt: wieder falsch verstanden ...

 

Unser Körper gibt uns feine Signale, damit er das bekommt, was er braucht und wir geben ihm das, was wir meinen, das er braucht.

 

Beginnen müssen wir in unserem Körperbewusstsein vor Jahrtausenden, denn dort entstand das „Programm“ für unsere Körperbedürfnisse. Unser Verstand, der heute diese Bedürfnisse befriedigen will, hat sein Wissen aber erst seit ein paar Jahrzehnten und da sind wir bei der Ursache für viele Missverständnisse: Körper und Geist leben in unterschiedlichen Zeiten und sprechen deshalb vollkommen unterschiedliche Sprachen. Es ist, als ob Sie einem Tier in ganzen Sätzen erklären wollen, was es tun soll. Es schaut sie freundlich an, tut aber im Endeffekt nichts, weil es Sie nicht verstanden hat. Andererseits meldet das Tier sein Bedürfnis mit Gebärden oder Lauten an und der Mensch, der sein Tier liebt, hat mit der Zeit gelernt, was das Tier möchte, wenn es dies oder das tut, weil das Tier sofort zeigt, ob der Mensch es verstanden hat oder nicht.

 

Bei unserem Körper ist das schon schwieriger. Er zeigt meist nicht unmittelbar, dass man ihn falsch verstanden hat – außer vielleicht bei Allergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten –, er reagiert so verzögert, dass man gar nicht mehr zuordnen kann, wann man ihn vielleicht falsch verstanden hat.

 

Nicht zu vergessen die Ignoranten, die wider besseres Wissen vieles tun, was ihrem Körper nicht zuträglich ist – und sich trotzdem dann gelegentlich wundern, warum der Körper im wahrsten Sinne des Wortes irgendwann streikt und fast gar nichts mehr geht.

 

Die Sprache des Körpers verstehen

 

Ein Mittler zwischen Körper und Geist kann oft ein Heilpraktiker sein. Heilpraktiker haben es sich zur höchsten Aufgabe gemacht, Körper, Geist und Seele bei ihren Untersuchungen und Behandlungen zu beachten und einzubeziehen. Dort werden Ihnen manchmal „komische“ Fragen gestellt und Sie wundern sich, was das wohl mit Ihrem Befinden zu tun haben soll – aber das ist das, was dem Körperbewusstsein das Verständnis gibt, um die Sprache des Körpers zu verstehen.


Studien: Kleidung kann das Wohlbefinden beeinflussen

Immer wieder neue Kleidung zu kaufen, macht auf Dauer nicht glücklich. Doch die Ergebnisse einer Studie legen nahe, dass Kleidung durchaus einen positiven Einfluss auf ihren Träger haben kann.  Von mars

Superhelden haben ihr eigenes Kostüm, mit dem sie in ihre Retter-Rolle schlüpfen, stärker und weniger verletzbar werden. Und wer wünscht sich das nicht auch manchmal: ein Outfit, das den Alltag erleichtert und unverwundbar macht? Zwar muss man als Mensch akzeptieren, dass man nicht immer stark und unverletzlich ist. Doch sich in Kleidung zu hüllen, in der man sich gut fühlt, kann dem Wohlbefinden zumindest nicht schaden.

 

Die beiden amerikanischen Wissenschaftler Adam Hajo und Adam D. Galinsky fanden schon 2012 in ihrer Studie „Enclothed Cognition“ heraus, dass Kleidung sogar die Leistungsfähigkeit beeinflusst. Wer sich einen Doktorkittel anzieht, fühlt sich kompetenter, und das bereitet ihn auf seine Aufgabe vor: Er ist konzentrierter und löst die Aufgabe mit weniger Fehlern als jemand, der keinen Arztkittel trägt. Das gleiche soll übrigens für Sportkleidung gelten: Funktionale Kleidung aktiviert und motiviert zur Bewegung.

 

Positive Körperwahrnehmung

 

An manchen Tagen will man einfach nur den Kopf einziehen und sich am liebsten verstecken. Viele greifen dann zu Schlabber-Shirt und Jeans. Anders sieht es an guten Tagen aus: Dann entscheiden sich einer Befragung (pdf) der an der University of Hertfordshire lehrenden Professorin Karen Pine zufolge 62 Prozent für die schicken Teile im Kleiderschrank. Doch auch an schlechten Tagen fühlt sich besser, wer ein elegantes Outfit wählt, wie Pine herausfand.

 

Außerdem: Wer in einem Lieblingsoutfit einen gelungenen Abend verbringt, überträgt die Erinnerungen auf diese Kleidung. So kann man eines der Bestandteile in ein neues Outfit integrieren, um die positiven Assoziationen beizubehalten. Selbst Frauen mit großen Größen, die das Gefühl haben, nicht genug schicke und gut sitzende Kleidung zu besitzen, finden dank auf Übergröße spezialisierter Anbieter wie Emilia Lay eine große Auswahl an feierlicher Abendmode.

 

Wer mit einem negativen Körperbild zu kämpfen hat und unter Vergleichen mit dem gesellschaftlichen Körperideal leidet, kann ergänzend ausprobieren, sich mehr in der Natur aufzuhalten. Denn eine Studie kürzlich im Magazin "Body Image" veröffentlichte Studie fand heraus, dass die Natur einen positiven Einfluss auf die eigene Körperwahrnehmung ausübt. So ging es den Probanden besser, wenn sie in einer natürlichen Landschaft unterwegs waren oder Bilder von der Natur betrachteten, als wenn sie sich in Gebäuden aufhielten. Gründe dafür können sein, dass der Aufenthalt in der Natur die Stimmung hebt und man den Körper in all seiner Funktionsfähigkeit wahrnimmt, anstatt über Schönheitsideale zu grübeln.


Ganz Frau Sein

Heute morgen: Walpurgis ist vorüber, aber die hexische Lebensfreude sitzt mir in allen Knochen. Der Mai fährt mit frischer Hand durch mein Haar. Alles was Halm ist, streckt sich dem Licht entgegen, alles was Blatt ist, dehnt sich aus, alles was Herz hat, jubelt dem Leben zu: Ich bin!  Von Anna-Maria Lösche, Weiblichkeits- und Tanzpädagogin, Fachreferentin für ganzheitliche Frauengesundheit, Dozentin, Therapeutic Touch Practitioner, Wunstorf

Am Gerstenfeld staune ich über die weichen, langen Grannen, die sich hellgrün und samtig dem Winde hingeben ... Gerstenmutter Demeter, ewig junge, uralte Erde, Nahrungsquelle, Seelengrund ... Da stehe ich an diesem jungen Maimorgen auf der alten Erde, fühle das Heimatliche und Vertraute und dann diese Sehnsucht, mich aufzuschwingen zu unbekannten Horizonten.

 

Welche Perspektiven hält das FrauSein nach Unterdrückung und Befreiung für mich bereit?

 

In mir ist die Vision einer Frau, deren weiblicher Weg der Hingabe durch Form und Fülle geht, wurzelnd im Wissen der Ahninnen, und sich auf eine Erfüllung zu bewegt, die sich aus dem puren weiblichen Sein schöpft, ohne zu manipulieren oder sich manipulieren zu lassen.

Ganz Frau Sein bedeutet, die Schönheit, Fülle und Tiefe der Existenz zu erforschen, zu erleben und zu feiern – in Bewegung und Stille, in der Meditation, in Tanz und Ritual. Es bedeutet, den Mut aufzubringen und die Freude zuzulassen, alle Aspekte des FrauSeins zu integrieren, die individuellen wie kollektiven Qualitäten, Schatten und Potenziale: Alles, was auftaucht, ist willkommen, hat seinen Platz in mir und im Frauenkreis.

 

Mein Körper und diese Erde werden so zu dem was sie sind: mein Zuhause.

 

Je tiefer verwurzelt, je stärker das Gefühl und Bewusstein für sich selbst, wird dieser heimatliche Ort zum Sprungbrett für vollkommen neue Erfahrungen und Sichtweisen, die uns ermöglichen, unser Potenzial als Frauen in die Welt zu bringen und zu manifestieren.

 

Wie das aussehen mag? Nun – jede Frau wird auf ganz einzigartige Weise zu diesem neuen weiblichen Selbstbewusstsein beitragen.