Der Naturpark Périgord-Limousin ist still, ländlich und mitunter neblig

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Felsenformation mit Weitblick

Naturpark Périgord-Limousin

Wenn früh morgens ein zarter Dunstschleier über den Wiesen liegt, ist es noch stiller, noch stiller als tagsüber im Naturpark Périgord-Limousin, wo mitunter nur das Geräusch eines Mähdreschers den vielstimmigen Gesang der Vögel und das Summen der Bienen und Hummeln begleitet.  Von tg

Die Region ist dünn besiedelt. Im Sommer scheint die Natur förmlich zu explodieren. Schmale Straßen und Wege behaupten sich dann nur mühsam gegen das grüne, mit Farbtupfern geschmückte Dickicht aus Bäumen, Sträuchern und Wildkräutern; und wer vom Weg abkommt, verliert in kniehohen Gräsern schon mal die Orientierung. Dazwischen immer wieder Weiden, auf denen die rotbraunen Limousin-Rinder bedächtig grasen, wenn sie sich nicht gerade in den kühlenden Schatten knorriger Stieleichen und Esskastanien verzogen haben. Weiler mit z. T. halb verfallenen Steinhäusern und Höfen sind kleine Inseln im Grün und wirken häufig menschenleer; und auch Touristen wird man/frau hier kaum treffen. Dafür ist es still, sehr still.

Der Naturpark Périgord-Limousin liegt im Nordwesten Frankreichs zwischen den Städten Limoges und Angoulême, umfasst eine Fläche von 1800 qm und hat außer verstreut liegenden, kleinen Orten selbst nur zwei „Städte“ zu bieten, die beide zusammen keine 8000 Einwohner zählen: Rochechouart und Nontron. Wer ausgiebig shoppen möchte und das Nachtleben braucht, ist hier fehl am Platze. Urlauber finden das was sie suchen – wenn sie die Stille suchen. Und trotzdem gibt es außer Müßiggang – am besten in einem Ferienhaus mit Garten – einiges zu entdecken. Wanderer finden im Naturpark Périgord-Limousin über 2000 Kilometer (mehr oder weniger) markierte Wanderwege. Detaillierte Karten und ein Wanderführer („Balades nature dans le Parc naturel régional Périgord-Limousin“ vor Ort kaufen, die Wegbeschreibungen übersetzen und die richtigen Abzweigungen wählen!) sind unbedingt zu empfehlen. Die Mittagshitze sollte gemieden werden, festes Schuhwerk und lange Hosen sind auch bei hohen Temperaturen angebracht; es sei denn, man/frau möchte unterwegs Zecken sammeln.

 

Gut vorbereitet (Verpflegung, Wasser ...) geht es durch die Bocage (tunnelartig zugewachsene Wege), entlang Feucht- oder Trockenwiesen, Heide, Flussläufen, Seen, Mooren und Wäldern. Sogar Berge lassen sich erklimmen, sagen wir besser sanfte Hügel. 556 Meter misst der höchste Punkt im Naturpark Périgord-Limousin.

 

Zeugnisse unserer Vorfahren

 

Die Tierwelt liebt die unberührte Natur. So sind Schmetterlinge und Eidechsen am Wegesrand zu sehen, in den Feldern Rothirsch, Fuchs und Wildschwein, etwas höher Eichelhäher, Wiedehopf und Schlangenadler. Der Otter findet hier seinen Lebensraum, die europäische Wasserschildkröte und auch die scheue Ginsterkatze.

Gaststätten und Restaurants sind übrigens Mangelware am Wegesrand. Dafür gibt es viele gut erhaltene Schlösser, die (gegen Eintritt) besichtigt werden können. Noch älter sind Grotten, Höhlen und Abris (durch Erosion entstandene Felsüberhänge).

 

Wer besonders eindrucksvolle Grotten, Höhlen und Abris studieren möchte, macht eine Tagestour ins südlich außerhalb des Naturparks gelegene Tal der Vézère. Zwischen (und bei) den Orten Montignac und Les Eyzies finden sich herausragende Zeugnisse unserer Vorfahren, allen voran die Höhle von Lascaux mit ihren faszinierenden Felszeichnungen (allerdings nur als exakte Nachbildung Lascaux II zu besichtigen).

 

Apropos Thema Essen: Selbstverpflegung macht dank üppiger Wochenmärkte Spaß (schöner Markt in Piégut-Pluviers). In den Supermärkten finden sich Bio-Ecken und in Nontron sogar ein Bioladen!


Cevennen – Wandern in alter Kulturlandschaft

Zu Fuß, auf ehemaligen Verbindungswegen, steilen, steinbefestigten Maultierpfaden und mitunter querfeldein, lässt sich die Schönheit der Region Cévennes im Süden Frankreichs am besten erschließen – wenn es auch beruhigend ist, das Auto in der Nähe zu wissen.  Von tg

Denn leicht werden Dauer und Schwierigkeitsgrad einer Wanderung unterschätzt; und ein Gewitter kommt auch im Sommer schneller als erwartet.

 

Die Cevennen gehören zum Französischen Zentralmassiv und fallen nach Südosten Richtung Mittelmeer ab. Charakteristisch ist der Wechsel von Höhenzügen und Flusstälern. Auf der Chassezac, einer "kleinen Ausgabe" der nicht weit entfernten Ardèche, tummeln sich Kanu- und Kajakfahrer, am Ufer haben Sonnenhungrige ihre Badetücher ausgebreitet, und von den imposanten Kalksteinfelsen seilen sich Kletterer in die Tiefe hinunter.

Wer die Stille sucht, steht früh auf und begibt sich in die Berge, um vielleicht auf einer einsamen Hochebene, wo die Temperaturen gemäßigt sind, eine erste "Brotzeit" zu sich zu nehmen. Auf dem Weg dorthin gilt es, achtsam zu sein – Sand, Geröll und Steinplatten bieten nicht immer den besten Stand – und es gibt ja rundherum viel zu sehen: wild-romantische Schluchten, malerische Bergdörfer, Hängebrücken über rauschendem Wasser, mit "Gumpen", die zu einem erfrischenden Bad einladen, Eidechsen, Schlangen, Feigenbäume, Steineichen oder Esskastanien (Maronen gibt es in vielen Variationen auf dem Markt zu kaufen!).

 

Oben angekommen, geht der Blick in die Weite. Der Himmel ist dunkelblau, die Luft klar und kühl; zwischen Ginster und Wacholder setzt das Heidekraut violette Tupfer – und dann ist da die Stille ... Zeit für eine Meditation, Zeit, sich der Dinge zu besinnen, die wirklich wichtig sind ...