Alle hier vorgestellten Bücher beziehen sich direkt oder indirekt auf den Integralen Ansatz von Ken Wilber.

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Ehrmann, Wilfried: Vom Mut zu wachsen

Integrale Heilung

Von tg

 

"Die Kraft, die in uns bewirkt, dass wir auf unserem inneren Weg weiterkommen wollen, ist diejenige, die weiß, wie es ist, mit allem verbunden und von Liebe getragen zu sein. Dieses Wissen tragen wir tief in uns."

 

Angelehnt an Ken Wilbers Integralen Ansatz und das Evolutionsmodell Spiral Dynamics von Graves, Beck und Cowan charakterisiert der Psychotherapeut Wilfried Ehrmann "Die sieben Stufen der Integralen Heilung", zeigt Hindernisse und Potenziale und macht Werte und Qualitäten jeder Stufe durch Praxisübungen erfahrbar.

 

Dabei stellt er die individuelle Lebensgeschichte in den Kontext der Entwicklung der gesamten Menschheitskultur. Selbsterkenntnis und Befreiung können nur geschehen, wenn wir die "wichtigsten Aufgaben" jeder Bewusstseinsebene nachvollziehen und integrieren und "mit allem verbunden" dem "stetigen Wachstum und einer kreativen Weiterentwicklung" folgen.

 

"Vom Mut zu wachsen – Die sieben Stufen der integralen Heilung" von Wilfried Ehrmann, J. Kamphausen Verlag / Integrale Reihe, 360 Seiten.

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Seit dem Urknall: Gibt es keinen Stillstand mehr

Ucik, Martin: Integrale Beziehungen

Integraler Ratgeber

Von tg

 

Der Markt ist von "Tausenden von politisch-korrekten und vereinfachenden Beziehungs-Ratgebern überflutet." Da diese "auf Frauen und ihre Interessen abzielen", hat Martin Ucik "Integrale Beziehungen" nur für Männer geschrieben und will damit denen „eine empfindsame Lösung“ bieten, "die sich eine gesunde, lang anhaltende Liebesbeziehung mit einer Frau erarbeiten möchten ..." Ein Buch, das nicht nur (männliche) Fans von Ken Wilber begeistern dürfte.

 

Gleich vorab: Auch weibliche Leser können von diesem Handbuch profitieren, auch wenn es nicht unbedingt bequem wird, denn Kritik an bestimmten feministischen Positionen stößt im Allgemeinen auf massive Gegenwehr. Da sich der Autor konsequent auf Ken Wilbers integralen Ansatz bezieht, werden evolutionäre Unterschiede zwischen den Geschlechtern sowie Ebenen der Entwicklung berücksichtigt. Und aus einer maskulinen Perspektive betrachtet. Das ist mitunter "wohltuend" für die "männliche Seele" – und richtet sich keinesfalls gegen Frauen.

 

"Integrale Beziehungen" ist inhaltlich so umfangreich wie vielschichtig und präzise, dass es schwerfällt, einzelne Punkte hervorzuheben. Allein die Fußnoten beanspruchen 70 Seiten, und jede einzelne ist lesenswert. Doch Mann sollte sich nicht davon abschrecken lassen, denn das Studium des hervorragenden Ratgebers lohnt sich!

 

Ein paar Themen: "Zustände des Verliebens" – "Entwicklung der Sexualität" – "Primäre Fantasie und Persönlichkeit" – "Die acht Formen der Liebe" – "Woher komme ich, woher kommt sie?" – "Das integrale Beziehungsmodell nutzen".

 

In der Vision des Autors integrieren Paare gesunde feminine und maskuline Polaritäten auf jeder Stufe der Bewusstseinsentwicklung.

 

"Integrale Beziehungen – Ein Ratgeber für Männer" von Martin Ucik, Phänomen Verlag, 341 Seiten.

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Amarque, Tom und Markert, Bernd: Was ist Liebe?

Anthologie

Von tg

 

Eine integrale Anthologie über die Facetten der Liebe. Vierzehn Denker, Philosophen und Wissenschaftler nähern sich dem Thema mit ihrer eigenen Sichtweise oder beziehen sich auf einen bestimmten Aspekt der Liebe. Neben Beiträgen der Herausgeber enthält die Sammlung Texte von Erich Fromm, Papst Benedikt XVI, Elvira Greiner, Christiane Kessler ("33 Herzensqualitäten"), Maik Hosang, Tobias Esch, Hardy Fürch, Alexander Graeff, Michael Habecker ("Innenleben"), Ken Wilber, Andrew Cohen und Genpo Merzel Roshi.

 

Erich Fromm stellt fest, "dass Lieben eine Kunst ist", und er meint damit die Probleme, die entstehen, wenn Menschen geliebt werden wollen, anstatt selbst zu lieben.

 

Der Neurobiologe Tobias Esch betrachtet die körperlichen Auswirkungen und erklärt: "Zusammengefasst sind Freude, Genuss und Wohlbefinden, ebenso wie Berührung, sozialer Kontakt und Unterstützung, Aspekte der Liebe und stellen, via Stressreduktion und Schutz, einen besonderen und wichtigen evolutionären Faktor dar."

 

Andrew Cohen verweist auf die Liebe als Seinszustand und als wirkende Kraft: "Gott ist also wirklich absolute Liebe. Gott ist gleichermaßen zeitloses, formloses Sein und der evolutionäre Impuls ekstatischen Werdens."

 

So beschreibt es auch Christina Kessler: "Liebe ist die Weltformel, nach der wir alle suchen, die Essenz von Sein und Werden."

 

Ken Wilber verfolgt den Beginn der Liebe zurück bis zum Urknall und erkennt in ihr den "Klebstoff des Kosmos", der mehr ist als eine menschliche Emotion.

 

"Was ist Liebe" von Tom Amarque und Bernd Markert (Hrsg.), Phänomen Verlag, 313 Seiten.

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Bunzel, John & Duffell, Nick: Nationales Denken, globale Krise

Politik

Von tg

 

„Die Zeit scheint gekommen zu sein, damit die Menschheit zusammenarbeiten und als Spezies mündig werden kann. Es ist Zeit für uns, erwachsen zu werden. Zeit für uns, nach Hause zu kommen. Wir haben nur diese eine Chance.“

 

Die Probleme, die unsere Welt derzeit kräftig durchrütteln, sind enorm: Klimawandel, Umweltverschmutzung, endlose lokale Kriege, Massenmigration, Ausbeutung von Arbeitskräften, fehlende Steuergerechtigkeit, zunehmende Vermögensungleichheit, Staats- und Privatverschuldung, Überwachung und der Aufstieg der extremen Rechten. Probleme, die uns ins Chaos führen können oder gar in den Untergang. Wenn nicht bald ein Umdenken stattfindet.


Doch wie konnte es so weit kommen? Und was ist zu tun?


John Bunzl, Unternehmer, Autor und internationaler Aktivist, und Nick Duffel, Psychotherapeut und Psychohistoriker, legen den Finger in die Wunde. Als Kern des Problems identifizieren sie den destruktiven globalen Wettbewerb, kurz DGW genannt, der Politiker, Unternehmen und jeden Einzelnen fest im Griff hält und einen besorgniserregenden fragilen Punkt erreicht hat. Einen Punkt, an dem nationales Handeln weitgehend ohne Wirkung bleibt, einen Punkt, an dem nur noch globales, weltzentriertes, simultanes Denken und Handeln eine Wende zum Positiven hin bewirken können. Doch Menschen und Staaten befinden sich auf unterschiedlichen Bewusstseinsebenen, die mit divergierenden Weltanschauungen und Interessen einhergehen. Bis alle evolutionsbedingt ein weltzentriertes Bewusstsein erreicht haben, dürfte es wohl zu spät sein. Bunzel und Duffy schlagen deshalb eine „Global Governance“ vor. Damit ist nicht die Schreckensvision einer gleichmachenden, alles beherrschenden Weltregierung gemeint, sondern eine globale Bewegung, die Politiker dazu bewegt, sich grenz- und parteiübergreifend zu verpflichten, eine auf Kooperation beruhende simultane Politik (Simpol), die gleichzeitig nationale Indentität bewahrt, umzusetzen, sobald sich genug Unterstützer gefunden haben. Das Gute daran: Wir können sofort etwas  tun – als Wähler und Wählerinnen, die direkten Einfluss auf ihren Simpol-Kandidaten haben! Mehr Infos auf www.simpol.org

     
„Nationales Denken, globale Krise – Warum wir ein neues Wahlsystem brauchen“ von John Bunzel und Nick Duffell, Phänomen Verlag, 287 Seiten.



Habecker, Michael u. Feichtinger, Thomas: Innenleben

Innenschau

Von tg

 

"Das Anliegen dieses Buches ist es, Einladungen auszusprechen zum Erfühlen des eigenen ICH BIN in allen seinen Aspekten."

 

Die Frage "Wer bin ich?" führt bei der Innenschau zu unserem wahren Selbst, unserem Seinsgrund, der als Leere und/oder Fülle erscheint und uns erkennen lässt, das alles mit allem verbunden ist. Erleuchtung wird u.a. als das bewusste "dauerhafte" Einnehmen kausaler/nondualer Zustände definiert, und es wird darauf hingewiesen, dass wahres Handeln nur aus dem Absoluten heraus entstehen könne. Im Gegensatz dazu wird die manifeste Welt als eine Illusion erachtet. Der Integrale Ansatz von Ken Wilber hat den Begriff Erleuchtung erweitert und neu definiert, denn Bewusstsein entwickelt sich „vertikal“ in der Dualität, der manifesten Welt, und wird sich dabei immer mehr seiner selbst bewusst. Tiefe "horizontale" Zustandserfahrungen ziehen nicht zwangsläufig "richtige" Interpretationen und Handlungsweisen nach sich. Die Autoren von „Innenleben“ berücksichtigen diesen wichtigen Zusammenhang. Mit Übungen, Assoziationsfeldern, bildlichen Darstellungen und erläuternden Beschreibungen ermutigen sie die LeserInnen zur Erforschung ihrer inneren Dimensionen. Perspektiven aus den drei Hauptaspekten der Wahrnehmung – Phänomene/Inhalte, Strukturen, Dynamiken – werden trainiert. Es wird deutlich, dass unsere Sicht der Realität sehr subjektiv ist und von Mustern, Projektionen und Verzerrungen bestimmt wird, die es gilt, zu spüren und zu verstehen.

 

Es reicht nicht aus zu meditieren. Wir sollten neben dem Inne-Halten in der Totalität des Augenblicks auch den evolutionären Impuls in uns entdecken und fühlen. Und die paradoxen Folgen für unser Leben verstehen.

 

"Innenleben – Eine Entdeckungsreise" von Michael Habecker und Thomas Feichtinger, Phänomen Verlag, 208 Seiten.

Kessler, Christina: 33 Herzensqualitäten

Universelle Werte

Von anlö

 

"Herzens-Qualitäten sind immer verbindende Eigenschaften. Zunächst helfen sie uns, die in unserem eigenen Inneren bestehende Trennung zu überwinden: all die Widersprüche und Widerstände, all das was wider unserer eigentlichen Natur ist. Alsdann führen sie uns zur Verbindung mit anderen, und schließlich verbinden sie uns mit dem Ganzen."

 

Die Ethnologin Christina Kessler (siehe Interview) legt mit ihrem Buch und einem dazugehörigen Affirmationskarten-Set einen Beitrag für eine neue Bewusstseins- und Beziehungskultur vor.

 

Das Gesetz der Dualität wurde durch das Patriarchat auf die Spitze getrieben bis dahin, dass das, was eigentlich zusammengehört, als getrennt angesehen wurde. Dies wirkt bis in diesen Augenblick hinein. Kessler möchte die Qualitäten des Herzens beleben, die uns befähigen, dieses Getrenntsein aufzuheben und mit dem Prozess des Lebens zu gehen anstatt ständig dagegen. Universelle Werte werden in einem "Mandala der Herzensqualitäten" dargestellt. Jedem Aspekt wird eine ausführliche Beschreibung mit Affirmationstext zugeordnet. Dabei sind die Facetten der Liebe wie hintereinanderliegende Tore, die auf drei verschiedenen Ebenen in die Liebensintelligenz führen sollen: "Mit dem Herzen hören", "Verbindung von Herz und Verstand" sowie "Soziale Intelligenz und kosmisches Bewusstsein".

Kessler sieht den "wahren Fortschritt unserer Zeit" darin, dass aus einer Entweder-Oder-Haltung durch die Gabe der Integration allmählich ein Sowohl-als-auch entsteht: Unser Bewusstsein hat kollektiv die Fähigkeit zu holistischem, ganzheitlichem und wissenschaftlichem Denken entwickelt.


Damit sind die Weichen für eine Zukunft gestellt, in der die Wunden geheilt werden können, die das Patriarchat in unserem Menschsein hinterlassen hat.

 

"33 Herzensqualitäten – Die Intelligenz der Liebe" von Christina Kessler, mit Affirmationskarten-Set, edition amo ergo sum, 255 Seiten.

Combs, Allen: Die Psychologie des menschlichen Bewusstsein

Bewusstsein

Von tg

 

"Was für eine Erfahrung man auch immer hat, ob es nun eine hoch mystische Verzückung ist, eine abgrundtiefe Depression, eine explosive sexuelle Ekstase oder das Erblicken eines hell blinkenden Sterns am dunklen Nachthimmel, das Geräusch des Donners, der Geschmack von Honig oder der Geruch von Sandelholz, all dies entfaltet sich in einem an sich dimensionslosen Feld der vollkommenen Leere, einem scheinbar unendlichen Urgrund, der hinter aller Erfahrung hervorlautert und sie durchdringt. Es ist Bewusstsein."

 

Was genau ist Bewusstsein? Diese Frage beschäftigt nicht erst seit dem 20. Jahrhundert Philosophen, Psychologen oder Wissenschaftler. Der Bewusstseins-Forscher, Neuro-Psychologe und Systemtheoretiker Allan Combs schlägt einen vielschichtigen Bogen von den großen Forschern des Fin de siècle, wie Franz Brentano, William James, James Mark Baldwin und F.W.H. Meyers über Teilhard de Chardin, Sri Aurobindo und Jean Gebser bis hin zum Integralen Ansatz von Ken Wilber.

 

Anhand von unterschiedlichen Denkansätzen, Beispielen und eigenen Schlussfolgerungen veranschaulicht Combs kompakt und verständlich, wie Bewusstseinsentwicklung und die Erfahrung von Zuständen und deren Interpretation miteinander in Beziehung stehen. Und wird dabei sprachlich auch dem kreativen "Zauber" des Bewusstseins gerecht: "Für mich ist es das Herz, die Seele und die Substanz von allem, was geistig und spirituell ist, der Schlüssel zum größten Mysterium überhaupt, und die klarste und auch einfachste Tatsache der Welt."

 

"Die Psychologie des menschlichen Bewusstseins" von Allan Combs, Phänomen Verlag, 178 Seiten.

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Wirth, Silvio: Integrales Tantra

Tantra zeitgemäß

Von tg

 

 

Der Integrale Ansatz von Ken Wilber lässt sich auf alle Bereiche des Lebens anwenden. Diplom-Psychologe, Yoga- und Tantralehrer Silvio Wirth möchte mit seiner aktuellen Veröffentlichung "die spirituelle Idee des ursprünglichen Tantra in einem zeitgemäßen Rahmen" neu beleben. Körperlichkeit und Erotik, Liebe und Herzöffnung, innere Transformation und Bewusstsein sollen in einem spirituellen Zusammenhang und anhand der "integralen Landkarte" praktiziert, verwirklicht und weiterentwickelt werden.

 

Der erste Teil des Buches widmet sich der Theorie. Wilbers AQAL-System mit Quadranten, Ebenen, Entwicklungslinien, Typen und Zuständen wird in aller Kürze erklärt, ebenso das Entwicklungsmodell Spiral Dynamics von Graves, Beck und Cowan. Die geschichtliche Betrachtung vom traditionellen Tantra bis hin zum Neo-Tantra zeigt Gemeinsamkeiten und Unterschiede auf.

 

Im Praxis-Teil werden wichtige Aspekte wie Wille, Ethik, Sexualität oder Beziehungen aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und eingeordnet. Auch die in spirituellen Kreisen mitunter schwierige Lehrer-Schüler-Beziehung wird thematisiert. Bei der Anwendung im Alltag hilft ein integraler "Plan", unterteilt in Haupt- und Nebenmodule.

 

"Integrales Tantra – Sinnlichkeit, Tiefe und Transzendenz" von Silvio Wirth, Phänomen Verlag, 246 Seiten.

Korten, David C.: Change the story, change the future

Appell an die Welt

Von tg

 

"Als entscheidungs-fähige Wesen leben wir gemeinsam durch unsere Geschichten. Sie sind die Brille, durch die wir die Wirklichkeit betrachten. Sie formen sowohl, was wir als Gesellschaft wertschätzen als auch die Institutionen, durch die wir die Machtverhältnisse strukturieren."

 

Wenn wir eine schlechte, destruktive Geschichte "erzählen" ... führt dies zu einer globalen Krise, wie wir sie zur Zeit erleben: "Wir sehen Geld, wir denken an Geld, und wir leben, um dem Geld zu dienen." Rücksichtslose Geldwirtschaft ist auf kurzfristiges Wachstum fixiert, das nur "einer kleinen finanziellen Oligarchie" dient. Die Kluft zwischen Armen und Reichen wird größer, Mensch und Umwelt werden ausbeutet.

 

Das Buch von David C. Korten ist ein Bericht an den Club of Rome und ein eindringlicher, aufrüttelnder Appell an die Weltgemeinschaft, die zerstörerische Geschichte des "heiligen Geldes" (und heiliger Märkte) durch die authentische und heilsame Geschichte des "heiligen Lebens" zu ersetzen. Denn wer die Geschichte ändert, ändert die Zukunft.

 

Die Geschichte des heiligen Lebens beutet nicht aus, sondern anerkennt das Prinzip der Kooperation, der Einheit alles Seins und die Abhängigkeit des Menschen von der kreativen, anpassungsfähigen, widerstandsfähigen, sich entwickelnden und selbst-organisierenden Gemeinschaft des Lebens. Der Autor weist – im Sinne des integralen Gedankens – darauf hin, dass die derzeitigen Probleme nur durch einen Perspektivwechsel, einen "Bewusstseinssprung" wirklich zu lösen sind – indem wir erkennen und feiern, dass unsere Entwicklung hin zu größerer Komplexität, Schönheit, Bewusstheit und Möglichkeit strebt. Zu mehr Freude, Fürsorge und gegenseitigem Teilen.

 

Korten animiert Leserinnen und Leser dazu, die Realität durch die "Brille des Lebens" zu betrachten, die Stimme zu erheben und eine eigene Version der Geschichte des heiligen Lebens zu finden, miteinander zu teilen, in die Praxis umzusetzen und weiterzutragen: "Lasse die Geschichte in dein Herz und verbreite die freudige Nachricht ihrer Möglichkeiten."

 

"Change the story, change the future – Weltsichten und ökonomischer Wandel" von David C. Korten, Phänomen-Verlag, 197 Seiten. 

Hollmann, Jens u. Daniels, Katharina: Anders wirtschaften – was Erfolgreiche besser machen

Visionen

Von tg

 

Lassen Sie sich vom Titel nicht abschrecken. Ja, wir denken bei der Verbindung der Begriffe "Wirtschaft" und "Erfolg" unweigerlich auch an die Ausbeutung und Zerstörung der Umwelt, an Machtmissbrauch und Banken-Crash. Bei diesem Buch von Jens Hollmann und Katharina Daniels (Hrsg.) geht es allerdings um "Integrale Konzepte für ein neues Wachstum in dynamischen Märkten", die von verschiedenen Autoren vorgestellt werden.

 

Integrale Modelle beziehen sich (meistens) auf den Integralen Ansatz von Ken Wilber und dieser ist ganzheitlich und umfassend. Bewährtes wird integriert, ungesundende Anteile werden erkannt, vermieden oder „geheilt“ und dynamische Zukunftsvisionen entworfen.

 

Was unterscheidet integrales wirtschaften von bisherigen rein gewinnorientierten Konzepten? Ein zentraler Punkt ist, dass die Organisation am evolutionären Impuls ausgerichtet wird, und dass es, wie es Dennis Wittrock in seiner Darstellung von "Holocracy", eines "Betriebssystems" für Unternehmen, ausdrückt, zu einer "Befreiung der Seele der Organisation" kommt. Hier wird klar: Es werden innere Prozesse miteinbezogen – und wer flexibel unterschiedliche Perspektiven einnimmt und seine Verbindung mit allen Wesen, seine Verantwortung für die Welt erkennt, wird andere (kommerzielle) Wege wählen, als die der Ausbeutung. Dass dies sehr effektiv und inspirierend geschehen kann, beweisen die fundierten Beiträge.

 

"Anders wirtschaften – was Erfolgreiche besser machen" von Jens Hollmann und Katharina Daniels (Hrsg), Gabler Verlag, 200 Seiten.

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