Kastellorizo ist überschaubar

Kastellorizo – 9 km² ohne Massentourismus

Wer die Schönheit der 9 km² kleinen, östlichsten Insel Griechenlands entdecken möchte, der sollte neben Badeschuhen auch seine Wanderschuhe einpacken und die innere Uhr langsamer stellen.  Von tg

130 km von Rhodos entfernt, dicht vor dem türkischen Festland gelegen, wirkt Kastellorizo wie ein kleiner Kaffeefleck am Rand der griechischen Landkarte. Die Angaben über die Zahl der Einwohner schwanken zwischen 200 und 500, im Sommer sind doppelt so viel Touristen wie Einheimische da. Zahlreiche Ruinen legen Zeugnis dafür ab, dass vor dem Zweiten Weltkrieg noch 14000 Menschen die Hügel rund um den Hafen bewohnten. Aber das Leben steht nicht still – die Zeit scheint nur langsamer zu gehen. Die Kinder werden von in einem schönen Schulgebäude unterrichtet, und so schaut Kastellorizo durchaus optimistisch in die Zukunft.

 

Das Leben spielt sich rund um den Hafen ab. Die Schiffe schweben verträumt auf dem glasklaren Wasser. Cafés und Restaurants reihen sich aneinander. Hier trifft man sich, und nach kurzer Zeit ist jede(r) bekannt im Ort. Abends, wenn an der Hafenpromenade die Lichter angehen, wird es bei einem Glas Wein oder Ouzo (natürlich ...) heimelig. Das Essensangebot ist manchmal eingeschränkt, denn der Lebensmittelnachschub nimmt den weiten Weg mit der Fähre von Rhodos. Für den Hausgebrauch wird das Boot gestartet und auf dem Markt im türkischen Kas aus dem Vollen geschöpft.

 

Badestrände gibt es auf Kastellorizo nicht. Mit Badeschuhen kommt man in der felsigen Mandrakibucht gut ins Mittelmeer und darf in kristallklarem Wasser inmitten bunter Fische schwimmen (Taucherbrille nicht vergessen!).

 

Ein Muss ist die Bootsfahrt zur Blauen Grotte. Mit einem kleinen Beiboot (Kopf einziehen und ducken) geht es durch eine Felsöffnung in die 35 m hohe, 40 m breite und 75 m lange Höhle, die einer Kathedrale gleicht. Aufregender ist es, vom Boot außerhalb durch das flirrende Blau in die Grotte hineinzuschwimmen.

 

Wandertouren auf die kargen Bergplateaus begleitet Marina Pitsonis walking guide "Capture Kastellorizo". Doch auch mit den nicht immer sehr genauen Karten geht die Orientierung leicht verloren. Deshalb sollte Walk Eleven "The Road to Nowhere" vielleicht nicht der erste Ausflug in die Bergwelt sein ...