Sonnenuntergang über Hagenscher Wiek und Reddevitzer Höft

Mönchgut – Rügens stille Ecke

Wer an Deutschlands größte Insel denkt, dem fallen zuerst die berühmten Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund ein, die Leuchttürme von Kap Arkona, das Seebad Binz mit Promenade, Landungsbrücke, Bäderarchitektur oder die Störtebeker-Festspiele. Doch Rügen hat noch mehr zu bieten: für Menschen, die es weniger touristisch und lieber beschaulicher mögen, z. B. die etwa dreißig Quadratkilometer große Halbinsel Mönchgut.  Von tg

Der östlichste Zipfel Rügens ist seit 1991 als UNESCO Biosphärenreservat anerkannt, besteht aus mehreren Buchten und Landzungen und trennt den Greifswalder Bodden von der Ostsee. Baabe ist der erste Badeort, den man von Westen kommend erreicht. Vom Nordperd (Perd = Vorsprung) beim nächsten Seebad, Göhren, erstreckt sich ein kilometerlanger Strand über Lobbe bis zum Südperd bei Thiessow. Mehr oder weniger im „Landesinneren“ liegen die Orte Middelhagen, Alt Reddevitz, Mariendorf, Gager, Groß Zicker und Klein Zicker.


Duftende Kräuterwiesen und von Mohn- und Kornblumen gefärbte Felder, kleine urige Wälder und sanfte Hügel, reetgedeckte Häuser und verträumte Häfen verleihen der unspektakulären und doch bezaubernden Halbinsel ihren besonderen Charme. Und überall ist die Küste zum Greifen nah. Mal ist sie steinig und rauh, mal ragt sie steil auf, mal schmiegt sie sich feinsandig ans Meer. Das natürlich Anziehungspunkt Nummer eins ist und zum Baden, Kitesurfen, Segeln oder zu ausgehnten Strandspaziergängen einlädt.

 

Wanderer genießen im Naturschutzgebiet „Zickersche Berge“ Stille und Aussicht. Von Gager aus geht’s auf dem etwa acht Kilometer langen Rundweg über Sand und Trockenrasen durch eine steppenartige Hutelandschaft mit einzigartiger Vegetation (Grasnelke, Bergsandglöckchen, Frauenflachs, Großer Ehrenpreis, Mauerpfeffer ...) entlang der Steilküste zum „Nonnenloch“ und einem schmalen Küstenstreifen mit mannshohen Findlingen. Richtung Osten fällt das Gelände flach ab und bald ist das idyllische Groß Zicker erreicht. Sehenswert ist hier u. a. das Pfarrwitwenhaus mit seinem üppigen Bauerngarten und die um 1350 erbaute Dorfkirche. Unterhalb des alten Friedhofs steigt der Weg linker Hand wieder an, hinauf zur höchsten Erhebung der „Rügener Alpen“, dem 66 Meter hohen Bakenberg. Von hier erreicht man in Kürze wieder den Ausgangspunkt in Gager.


Als schöne Radtour (oder auch Wanderung) bietet sich die für den öffentlichen Verkehr gesperrte Straße von Alt Reddvitz bis zur Spitze von Rügens längster Landzunge, dem „Reddevitzer Höft“, an.


Wie auch immer man auf Mönchgut die Zeit „nutzt“ – sie vergeht spürbar langsamer als gewohnt. 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Still liegt er da, der Lassahner See

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sie ist vielfältig und still, die dünn besiedelte Kulturlandschaft Südheide

Biosphärenreservat Schaalsee

Durch den Schaalsee führt eine Grenze. War es vor dem Fall der Mauer die zwischen der BRD und der DDR, so ist es nun nur noch die zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern – und die kommt ohne eine streng überwachte Sperrzone aus. Dafür gibt es im Biospärenreservat Kern-, Pflege- und Entwicklungszonen, die dem Schutz von Natur- und Kulturlandschaft dienen. Der Mensch profitiert natürlich auch davon.  Von tg

Während der Naturpark Lauenburgische Seen, zu dem u.a. die schleswig-holsteinische Seite des Schaalsees gehört, bereits seit 1961 besteht, wurde die zu Mecklenburg-Vorpommern gehörende Seite im Jahr 2000 als internationales UNESCO-Biospärenreservat Schaalsee anerkannt. Der östliche Teil des Schaalsees ist urwüchsiger als der auf der Westseite und bildet das Kernstück des insgesamt 310 km² großen Biosphärenreservats, zu dem insgesamt 18 Naturschutzgebiete gehören. Bezeichnend ist eine dichte Abfolge verschiedener Biotope: So gibt es weitere kleinere Seen, Teiche, Flüsse, Moore, Sümpfe, Baltischen Buchenwald, Feucht- und Nasswälder, Hecken, Knicks, Mäh- und Feuchtwiesen, Magerweiden und Äcker.

 

Die vielfältigen Lebensräume sorgen für eine große Artenvielfalt. Wasserpflanzen wie Armleuchteralgen, Ähriges Tausendblatt oder Ästiger Igelkolben kommen z.T. in bis zu sieben Meter Tiefe vor. In den zahlreichen Moorgebieten wächst Rosmarinheide, Sumpf-Herzblatt und Wollgras. Die Seen bieten ca. 30 Fischarten ein Zuhause. Seeotter, Seeadler, Storch, Bläß- und Saatgans, Waldwasserläufer, Bekassine, Rohrdommel, Eisvogel und Fledermaus fühlen sich hier wohl. Hinzu kommen rastende und überwinternde Wasservögel. Gute Beobachtungspunkte sind der Hochstand an der Uferpromenade von Zarrentin und der Beobachtungsturm in Klocksdorf am Rögg. 

 

Auf einem Spaziergang hört und sieht man nicht selten die scheuen Kraniche, die große Ackerflächen als Rast- und Sammelplätze bevorzugen. Landschaftlich besonders schöne Punkte im Biosphärenreservat lassen sich gut auf ausgeschilderten Routen erwandern. Etwa über den Elfenpfad, entlang des Neuenkirchener Sees zwischen Lassahn und Boissow. Oder über einen Rundweg zum Goldensee bei Groß Thurow. An ausgewiesenen Stellen ist auch das Baden erlaubt.

 

Im Informationszentrum Pahlhuus in Zarrentin kann man auf (visuellen) Tauchgang gehen, durch die Augen eines Astronauten auf die Erde blicken und sich über touristische Angebote im Biosphärenreservat schlaumachen.


Nationalpark Sächsische Schweiz – Natur, soweit das Auge reicht

Die Sächsische Schweiz – ein Gebilde aus Felsen, Wäldern und Wiesen, soweit das Auge reicht. Wer sich hinter Dresden an die Grenze zur Tschechischen Republik begibt, findet außer der berühmten Felsformation „Bastei“ auch idyllische Wanderrouten und Kletterwege, die fernab von Touristenströmen und Hotelkomplexen liegen.  Von sk

Das Elbsandsteingebirge gehört zu den spektakulärsten Wandergebieten Europas. Es bietet insgesamt 1.200 Kilometer markierte Wanderwege, die einen durch grüne Wälder, an eindrucksvollen Felsformationen und wunderschönen Panoramen vorbei führen. Seine Entstehung geht bis auf über 100 Millionen Jahre zurück. Heute ist das Elbsandsteingebirge ein einzigartiges naturgeschaffenes Gebiet aus Tafelbergen, Tälern und Ebenen. Wer im Urlaub Ruhe und Erholung sucht, kann hier bei einer Reise durch die Urnatur Kraft tanken und die Stille um sich herum genießen. Auch wenn der Naturpark Sächsische Schweiz sicherlich kein Geheimtipp mehr ist, so treffen Wanderer hier besonders in den kühleren Monaten nur selten auf andere Menschen und können so ohne große Umwege den Touristenströmen entgehen.

 

Panoramablick von den Affensteinen

 

Besucher der Sächsischen Schweiz können auf zahlreichen Aussichtsplattformen den Blick über die Nationalparkregion schweifen lassen. Die Bastei ist sicherlich die berühmteste davon. Sie gehört trotz künftig leicht eingeschränkter Aussicht zu den sehenswertesten Orten in der Sächsischen Schweiz. Wer es noch etwas spektakulärer, aber nicht so überlaufen mag, der findet auf den Affensteinen eine ähnlich beeindruckende Aussicht. Für den Aufstieg über die Häntzschelstiege sollte man ein wenig Fitness mitbringen, da es über eingelassene Tritteisen und Stahlseile den Felsen hinauf geht. Hat man den Aufstieg geschafft, kann man mit Stolz den atemberaubenden Blick über das Tal genießen – ein Bild zum Einrahmen. Wer sich auch langfristig daran erfreuen möchte, kann sein schönstes Foto beispielsweise als Leinwand bei einem der Anbieter im Internet drucken lassen. So wird man auch lange nach der Reise noch von der Magie dieses Augenblicks zehren.

 

Die Nationalparkregion zu Wasser und Land erkunden

 

Eine besondere Empfehlung für Ruhesuchende ist eine Kahnfahrt auf der Oberen Schleuse in Hinterhermsdorf. Wer hier fernab der Stoßzeiten früh morgens oder gegen späten Nachmittag mit dem Kahn über die Stauanlage fährt, kann entdecken, was wahre Ruhe bedeutet. Vorbei an steilen Felsformationen gleitet der Kahn nahezu lautlos durch das klare Wasser der Kirnitzsch. Während der 20-minütigen Fahrt unterhält einen der Kahnfahrer mit Geschichten, Mythen und interessanten Fakten – doch besonders schön ist dabei, dass er zu Beginn der Fahrt die Stille um einen herum wirken lässt und etwa 10 Minuten schweigend durch die Natur fährt. Besser kann man die wilde Natur der Sächsischen Schweiz nicht genießen.


Naturpark Südheide

Die Lüneburger Heide ist ein beliebtes Urlaubsziel. Wilseder Berg, Pietzmoor und Totengrund sind touristische Anlaufpunkte. Ruhiger geht es im Naturpark Südheide zu. Im Naturpark Südheide erfreuen sich Wanderer an sanften Hügeln, Wäldern oder einsamen Mooren.  Von tg

Er liegt nordöstlich von Celle, hat eine Größe von etwa 500 km², von denen über 700 ha als Naturschutzgebiet ausgewiesen sind – der Naturpark Südheide. Auf den kargen Sandböden des Naturpark Südheide wachsen Kiefern, Birken und z. T. uralte Wacholder. Ab und zu entdeckt man andere, knorrige Einzelbäume: Ahorn, Buche, Eiche. Und an den Ufern von Bächen gedeihen Esche und Erle. Der Wacholderwald Schmarbeck gilt als besonders schön, das Naturwaldreservat Lüßwald gehört zu den größten zusammenhängenden Waldgebieten Deutschlands. Heidschnucken betätigen sich als "Landschaftspfleger".

 

Wilde Tiere finden ebenso im Naturpark Südheide eine Heimat: See- und Fischadler, Schwarzstorch, Birkhuhn, Eisvogel, Hirschkäfer, Bachforelle, Bachneunauge, Flussperlmuschel, Salamander, Zauneidechse, Otter und seit Kurzem auch wieder der Wolf.

 

Am besten lässt sich die einzigartige, dünn besiedelte Kulturlandschaft des Naturpark Südheide erwandern. Sie bietet dabei nicht nur zur Blütezeit der Heide reizvolle An- und Ausblicke. Auf 23 gut ausgeschilderten Hauptwandertouren (2 bis 20 km Länge) und 5 Themenwegen zeigt die Südheide ihre ganze Anmut. Und (fast) immer begleitet die Stille den Wanderer.

 

Wer Abwechlung sucht, schaut sich die Wasserlandschaft der Aschauteiche und Loher Teiche an und beobachtet von einem Aussichtsturm die Vogelwelt. Bei Müden – der "Perle der Südheide" – gibt es eine historische Wassermühle (mit Touristeninformation), vorgeschichtliche Hügelgräber, den sagenumwobenen Elfenberg, den Lönsstein zu Ehren des Heidedichters Hermann Löns und einen Wildpark mit Waschbären, Elchen, Ziegen-Streichelgehäge, Klettergarten und Riesenhüpfkissen für die Kleinen. Entlang der Örtze führt ein Fluss-Wald-Erlebnispfad. Ein wenig außerhalb des Naturparks liegt das Schwemker Moor, in dem Baumfalken, Bekassinen, Kraniche und Neuntöter brüten.

 

Guter Ausgangspunkt für Unternehmungen ist die Ferienwohnung "Die Schöne vom Lande" im Haus Tusculum.


Winter an der Ostsee

Wann und wo findet man/frau das noch: Einsame, stille Strände, ohne Strandkörbe, Strandburgen, Sonnenanbeter, Surfer, Eisverkäufer, Hüpfburg, Beachparty und Beachfood? Im Winter an der Ostsee.  Von tg

Ein Spiel der Farben und des Lichts. Schwarz, grau, blau, golden der Himmel, darunter das glitzernde Meer, das Himmelsgewölbe in allen nur erdenklichen Facetten spiegelnd. Gleichmäßiger Wellenschlag schwemmt klickernd und klackernd Kieselsteine und Muscheln an den Strand, der unter der frischen Schneedecke träumt. Hier und da schaut ein rötlich-brauner Felsblock hervor, sind verwitterte Holzpfähle zu sehen. Der Wind ist mild, unten im Schutz des sandfarbenen, mit Pulverschnee bestäubten Steilufers, an das sich Sanddorn- und Schlehdornhecken klammern und auf dessen Kamm sich die Buchen waghalsig bis an den schroffen Rand heran drängen.

 

Möwen jagen kreischend vorbei, ansonsten ist es still. Nur das sanfte, rhythmische Rauschen der Wellen und das Knistern der Schritte im Schnee. Winter am Meer. Winter an der Ostsee. Ein ungewöhnliches Erlebnis. Der Weg führt steil die Abbruchkante hinauf in den Wald. Hier und da weht eine kalte Brise über die Zweige und lässt die Luft silberweiß aufflimmern. Zwischen den hohen, schlanken, bestimmt 30 Meter hohen Buchen ab und zu Kiefern und Tannen, die noch dunkelgrüne Nadeln tragen, und eine knorrige Eiche mit mächtigem Stamm, deren Äste sich in faszinierenden, verzwirbelten Formen hinaufstrecken. Ein Scherenschnitt winterlicher Unbestechlichkeit.

 

Dann kommen verschneite Felder, der Blick öffnet sich zu allen Seiten in die Ferne. Am Horizont verschmelzen Meer und Firmament. Der Abendstern zeigt sich in seiner strahlenden, ruhigen Pracht. Das Licht zieht sich nun fast ganz zurück und nimmt die Farben mit sich.


Wandern an der Ahr

Wandern und Alkohol, verträgt sich das? Eigentlich nicht. Doch, wer auf dem Rotweinwanderweg der Versuchung erliegt, den Abstieg ins Ahrtal mit einer Weinprobe in einer der Weinstuben und -keller oder direkt beim Winzer zu krönen, kann gemütlich mit der Ahrtalbahn zum Hotel zurückgelangen.  Von tg

Der Rotweinwanderweg beginnt in Altenahr und führt 35 km lang oberhalb der Ahr bis nach Bad Bodendorf. Es geht auf mehr oder weniger breiten Wegen vorbei an Weinfeldern, die sich z. T. terrassenförmig die steilen Hänge hinaufziehen, oder über schmale Stufen aus Schiefergestein durch Schatten spendende Wälder. Dabei lohnt es sich, immer wieder innezuhalten und den Ausblick zu genießen, auf sanfte Hügel, karge Felsen – und die Ahr, die sich durchs Tal schlängelt und die Weinorte miteinander verbindet. Was bei schlechtem Wetter von Vorteil ist, wenn man die Gegend mit dem Auto erkunden möchte, trübt beim Wandern hier und dort die Stille – die Bundesstraße begleitet den Fluss und so sind Motorengeräusche auf Teilen des Weges zu hören.

 

Was gibt es noch zu sehen? Die Ruinen der Burg Are z. B. oder die Saffenburg, die im 11. Jahrhundert erbaut wurde. In Mayschoß befindet sich die älteste handelsgerichtlich eingetragene Winzergenossenschaft der Welt. Im Innenhof des Klosters Marienthal lässt es sich gut rasten, und in den Überresten der Klosterkirche finden kulturelle Veranstaltungen statt. Ahrweilers Altstadt mit Stadtmauer, Stadttoren, Fachwerkhäusern und vielen kleinen Geschäften lädt zum Shoppen ein.

 

Und wer den Rotweinwanderweg gegangen ist, möchte vielleicht noch den Sahrbachweg erwandern, der in einem der Seitentäler der Ahr durch nahezu unberührte Natur führt. Oder den Ahr-Steig – von der Quelle der Ahr bis zur Mündung ...


Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft

 Das UNESCO-Biosphärenreservat "Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft" liegt im östlichen Teil Sachsens mitten im Dreiländereck Deutschland-Tschechien-Polen und bietet mit Wald, Heide und mehr als tausend Teichen ein ideales Reiseziel für Naturliebhaber.  Von tg

Die Teichwirtschaft der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft geht bis ins 13. Jahrhundert zurück und noch heute werden, vor allem im Herbst, die Teiche abgelassen, um den Spiegelkarpfen zu "ernten". Da dies in der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft mit besonderer Rücksicht auf den Artenschutz geschieht, ist die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft Lebens-, Brut- und Rückzugsort von über 3400 Tierarten. Dazu gehören Libelle, Moorfrosch, Rotbauchunke, Steinbeißer, Kreuzotter, Rohrdommel, Fluss-Seeschwalbe, Eisvogel, Wiedehopf, Wasserfledermaus, Kranich und Seeadler. Scheu und daher nur mit etwas Glück und Geduld zu sehen: Fischotter (mindestens 100 Tiere), Marderhund, Elch und Wolf (13 Rudel in der gesamten Lausitz).

 

Charakteristische und seltene Pflanzen der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft sind Sand-Strohblume, Moorveilchen, Sonnentau, Fieberklee, Wasserschlauch und Schilf. Eiche, Kiefer und Birke säumen die sandigen (Rund-)Wege und Naturerlebnispfade, über die man die stille Landschaft zu Fuß oder per Rad erkundet. Informationstafeln und Markierungen sind – wie die Ortsschilder – zweisprachig: deutsch und sorbisch.

 

In der Lausitz leben etwa 60000 Sorben, die ihre Sprache und Kultur pflegen und z. B. alle zwei Jahre mit einem internationalen Folklorefestival, zu dem Tanz- und Musikgruppen ethnischer Minderheiten aus der ganzen Welt eingeladen werden, feiern. In der historischen Altstadt von Bautzen – mit seinen Türmen, Kirchen, Geschäften und dem neu gebauten Burgtheater – befinden sich Sorbische Kulturinformation und Sorbisches Museum. Traditionelle Küche kann man im sorbischen Restaurant "Wjelbik" ("kleines Gewölbe/Vorratskammer") in der Kornstraße genießen.

 

An einem speziellen Logo sind die 21 Biosphärenwirte der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft zu erkennen. Sie tragen zur Schonung der Umwelt und Erhaltung der Kulturlandschaft bei und warten mit Unterkünften vom Landhotel über Pension und Ferienwohnung bis hin zum Naturcampingplatz auf.

 

Lohnenswerte Ausflüge in die nahe Umgebung der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft: Park- und Kurstadt Bad Muskau (UNESCO-Welterbe Muskauer Park), Naturpark Zittauer Gebirge (Sachsens zweitgrößte Felsenlandschaft), Landeshauptstadt Dresden, Nationalpark Sächsische Schweiz.

 

So ist die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft ein guter Ausgangspunkt für einen vielseitigen, ruhigen Urlaub mit Natur- und Kulturerlebnissen abseits vom Masssentourismus.


Nationalpark Eifel

"Wildnis" am Stausee – 40 km südlich von Aachen wurde vor zehn Jahren der erste Nationalpark Nordrhein-Westfalens gegründet: der Nationalpark Eifel. Im Nationalpark Eifel soll die Natur auf einer Fläche von etwa 110 km² zu ihrer Ursprünglichkeit zurückfinden.  Von tg

Er steht in der Kritik von Umweltschützern, wegen Zugeständnissen an Jagd, Kommerz und Tourismus. Der Begriff "Wildnis", mit dem für den Nationalpark geworben wird, ist so auch mehr als Ausblick in die Zukunft zu verstehen. Der Wald besteht teilweise noch aus Fichtenmonokultur, und so müssen nun mehr heimische Laubgehölze heranwachsen und sich selbst überlassen werden. Trotzdem betont der NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.) die Bedeutung des Nationalparks, sieht ihn als "Meilenstein für den Naturschutz in Nordrhrein-Westfalen". Denn ein Großschutzgebiet wie dieses sichert das Überleben bedrohter Arten, zu denen die Wildkatze (der "Eifeltiger"), Uhu und Mittelspecht gehören. Aber auch Mauereidechse, Schwarzstorch, Biber und Rothirsch sind hier zu finden, und ab und zu streift der Luchs durch die Wälder, in denen Buche, Eiche, Erle, Linde, Esche oder Ulme langsam die Fichten verdrängen. Wiesen, Heide- und Ginsterflächen, Moore, Bäche und Felsformationen sind weitere Lebensräume, die auch dem Menschen Abwechslung bieten.

 

Wie fast überall finden Wanderer etwas abseits der touristischen Trampelpfade Stille und Besinnung. 240 km gut markierte (Rund- und Themen-)Wanderwege, die z. T. von Radfahrern und Reitern benutzt werden können, stehen zur Verfügung. An Infopunkten und an den fünf Nationalpark-Toren gibt es Tourenkarten. Wer tiefer in den Nationalpark eintauchen möchte, macht sich auf den viertägigen Wildnis-Trail oder nimmt an einer Exkursion mit Rangern oder WaldführerInnen teil. Prägende Besonderheit im Nationalpark sind die Stauseen. Eine Fahrt mit dem Schiff, z. B. ab Rurberg zur Urfttalsperre, und anschließend zu Fuß zurück, ist genau das Richtige für einen gemütlichen Halbttagesausflug. Vegetarier und Veganer werden es übrigens schwer haben, wenn der Abend im Restaurant ausklingen soll – die Gastronomie in den angrenzenden Orten ist vorwiegend auf traditionelle Küche geeicht.

 

Wenn nach einer Wanderung die Socken qualmen: Der Eiserbachsee in Simmerath-Rurberg ist schön angelegt, aber an sonnigen Wochenenden und Feiertagen recht bel(i)ebt.

 

Ausflugsziel in der Umgebung: Monschau – durch mittelalterliche Gassen bummeln. Wobei man erwachsenen Menschen begegnet, die die Tuchmacherstadt lieber mit der "Bimmelbahn" erkunden.


Hainich Nationalpark

Zu Thüringen fällt den meisten als erstes die Rostbratwurst ein. Dann vielleicht der Thüringer Wald, Weimar und Goethe. Seit dem 13.12.1997 ist das "neue Bundesland" um eine Attraktion für Naturliebhaber reicher – den Hainich Nationalpark.  Von tg

Nur rund 250 Kilometer und drei Stunden Autofahrt entfernt von Minden liegt "Mihla", ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen in einem der "jungen" Nationalparks Deutschlands.

 

In Mihla, am Mittellauf der Werra gelegen, steht das Hotel-Restaurant "Graues Schloss", das sich im Familienbesitz befindet, acht stilvoll renovierte Zimmer und eine abwechslungsreiche Küche zu bieten hat. 80 Kilometer markierte Wanderwege führen durch Wiesen und Buchenwälder, in denen weißes und gelbes Buschwindröschen zu den ersten Frühlingsboten gehören. Bezeichnungen wie Hünenteich- und Nachtigallenweg oder Märchennaturpfad Feenstieg weisen auf Besonderheiten entlang des Weges hin. Ruhesuchende können sich hier wohlfühlen, denn der Tourismus hat den Hainich noch nicht entdeckt. Nur der Baumkronenpfad, der sich in luftiger Höhe durch den Kronenbereich schlängelt, lockt die Massen an.

 

Wer gern mit Kanu oder Floß fährt, findet auf der Werra über 200 Flusskilometer. In "Eisenach" ist die berühmte "Wartburg" zu besichtigen. Das mittelalterliche "Mühlhausen" und natürlich "Weimar" laden zu Tagesausflügen ein.