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Spiritualität – die "innere Wiese"

Als Kind liebte ich es, auf "meiner" Wiese – wie ich sie nannte – zu sitzen und mich verbunden zu fühlen mit allem, was mich umgab ...

Ich hatte das Gefühl, mit Pflanzen, Tieren und Steinen sprechen zu können und auch Antworten zu bekommen. Ich fühlte, dass alles beseelt und lebendig ist. Die Existenz von Engeln, Feen und anderen wunderbaren Lebewesen war genauso selbstverständliche Realität für mich wie die Laterne vor unserer Haustür.

Das Wort "Spiritualität" hatte ich noch nie gehört, aber ich erinnere mich an das Gefühl eines tiefen Friedens und Eins-Seins, das ich heute mit diesem Wort verbinde.

Im weiteren Verlauf meines Lebens lernte ich, dass mein Erleben der Welt von vielen anderen Menschen nicht geteilt und manchmal sogar abgelehnt wurde. Oft war ich tieftraurig und fühlte mich gänzlich unverstanden.

Mir wurde vermittelt, dass Erfolg und ein Überleben in dieser Gesellschaft nur durch die Qualitäten des logischen Verstandes zu erreichen sei und begann, danach zu leben.

Es machte durchaus Spaß, erfolgreich zu sein, doch tief in mir schlummerte weiterhin die Sehnsucht nach dem Gefühl des Friedens.

Heute weiß ich um das Geschenk dieser Erinnerung, die ich in mir trage. Wie einem Wegweiser folge ich diesem Gefühl: wann immer ich es spüre, manchmal kaum noch wahrnehmbar, wenn das Leben mir Phasen des Schmerzes und der Trauer beschert, weiß ich, dass ich auf dem rechten Weg bin.

Die tiefe Gewissheit, dass alles vom göttlichen Geist beseelt und durchwoben ist, kann nun – viel bewusster als damals als Kind – wieder mein Leben erfüllen.

Tameer A. Ramacher, HP, Bielefeld