Zeitenwende / Themen / Gesundes Leben / Trauern und Wandlung

Trauern und Wandlung

Haben wir etwas verloren, was für uns und unser Leben von Bedeutung war, einen Menschen, eine Lebensform, eine Arbeit, die körperliche Gesundheit usw., dann geraten wir in eine mehr oder minder bemerkbare Identitätskrise ...

Wir müssen uns neu finden und werden auf uns selbst zurückgeworfen. Abschiede möchten betrauert, beklagt oder beweint werden. Doch die meisten von uns verleugnen, verdrängen und vermeiden diese Trauer. Trauern ist leider auch heute noch ein Tabu. Wir haben durch unsere Erziehung gelernt, dass Männer nicht weinen dürfen und Mädchen, die oft weinen, "Heulsusen" sind. Da das Weinen oder Trauern ungewohnt ist oder aberzogen wurde, können bei auftauchenden Gefühlen Ängste auftreten, wie z.B., dass man sich verlieren oder verrückt werden könnte. Es besteht der allgemeine Glaube, man müsste sich zurückhalten und die anderen nicht zu sehr belasten. Weinen oder Trauern wird als Schwäche betrachtet.

Trauern ist jedoch ein psychischer Prozess von höchster Wichtigkeit für die Gesundheit des Menschen (Verena Kast). Untersuchungen auf der ganzen Welt zeigen, dass verdrängte, vermiedene und unausgedrückte Trauer bei der Entstehung, im Ausbruch und Verlauf von Krankheiten eine wichtige Rolle spielen.

Unausgedrückte Trauer, Trauer um nicht erfüllte Erwartungen und Illusionen in der Ehe und intimen Freundschaften, ist ein häufiger Grund für Alkoholismus und andere Suchttendenzen (Jorgos Canacakis). Weiterhin sind eine Menge von körperlichen, psychischen oder auch psychosomatischen Konsequenzen bekannt, wenn eine Trauerreaktion nicht natürlich verläuft.

Psychosomatische Beschwerden können sein: Schmerzen am ganzen Körper, Atemnot, Herz-Rhythmus-Störungen, Verdauungs- und Appetitbeschwerden, Schlafstörungen, häufige Infektionen usw.

Es können aber auch psychische Probleme wie dauernde Angstgefühle, Hilflosigkeit, Leere, Resignation, Gefühllosigkeit, Suizidalität ... auftreten.

Es würde unserem Herzen gut tun, wenn wir ihm Zeit einräumen könnten und ihm erlauben würden, über das zu sprechen, was es bedrückt oder das zu fühlen, was gefühlt werden möchte. Tränen verwandeln Dumpfheit, Druck oder depressive Reaktion in Entspannung, Klarheit und Berührbarkeit. Gebe ich den Gefühlen und Gedanken Raum, passiert Loslassen und Wandlung. Der Himmel wird nach einem Gewitter wieder blau und die Luft klar. Gewandelt ist es möglich neue Beziehungen zu wagen, sich neu aufs Leben einzulassen, auch wenn mit Verlusten immer wieder zu rechnen ist. Ziel eines Trauerprozesses ist eine neue Sicht auf sich selbst und das Leben.

Heike Wilken, Dipl. Psychologin, HP (Psych.), Physiotherapeutin, Bielefeld


Körperbewusstsein Alternatives Reisen Meridianklopfen Integraler Ansatz Boomeritis Schnarchen Energiearbeit Eigenblutbehandlung Walking in your shoes Gymnation Shrutibox Müritz-Nationalpark Frau und Mann Naturpark Périgord-Limousin Polyamorie