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Schlafen – besser getrennt oder zusammen?

Der Schlaf des Menschen ist längst nicht ausreichend erforscht. Viele Fragen sind noch offen. Fest steht aber, dass unser Wohlbefinden stark davon abhängt, wie gut wir schlafen ...

Schlafen Männer und Frauen anders? Schlafen Sie besser zusammen oder getrennt? Allgemein kann man auf diese Fragen wohl bislang keine zutreffende Antwort geben. Aus meiner 20-jährigen Erfahrung als Schlafberater und durch die Gespräche mit Kunden kann ich sagen, dass es schon Unterschiede gibt im Schlafverhalten zwischen Mann und Frau. Mal abgesehen davon, dass jedes Schlafverhalten erstmal immer individuell ist.

In jüngeren Jahren, so zwischen 18 und 30, schläft Mann wie Frau meist immer und überall gut. Das liegt vielleicht an mehr Vitalität im Alltag und in der Nacht.

Ab 30, 40 fängt es oft schon an, dass man vereinzelt auch mal lieber alleine schläft. Was mit der Gewohnheit an das SingleSein zusammenhängen kann oder mit langsam lauter werdenden Nächten durch Schnarchen des Partners. Dieses verstärkt sich bei den meisten ab dem 40. Lebensjahr und ist bei Männern wohl mehr verbreitet als bei Frauen, so dass die Frau das gemeinsame Bett wahrscheinlich öfters verlässt. Insgesamt sagen mir Männer häufiger, dass Sie überall gut schlafen können, nur nicht zu weich, während Frauen ihr Nest und ihre Schlafumgebung deutlich genauer betrachten und einrichten. Sie leiden auch häufiger unter Schlafproblemen als Männer – nicht nur wegen der Wechseljahre, die Männer ja auch haben, ohne es zu wissen, aber das macht vielleicht den Unterschied. Was ich nicht weiß macht mich nicht heiß, bzw. lässt mich ruhig schlafen. Nein, so einfach ist es wohl auch nicht, die Hormonumstellung hat bei Frauen wohl deutlich spürbarere Symptome. Außerdem sind Frauen meist größerer Belastung als Mutter ausgesetzt und haben hier viel Verantwortung zu tragen, was nicht selten zu Stressempfinden führt. Allgemein kann ich sagen, dass Stress, Sorgen und Ängste sichere Ursachen für schlechten Schlaf sind. Es kann helfen, sich mit der Situation auseinanderzusetzen und für Stress-abbau zu sorgen, indem Mann/Frau sich Pausen schafft und relaxt oder Sport treibt; auch ein erfülltes Liebesleben ist hier sehr wirkungsvoll.

Dass die Betten wirklich getrennt werden und in einzelnen Räumen stehen, erlebe ich eher bei Personen ab 60. Was meistens mit Schnarchen zu tun hat oder damit, dass jeder sein eigenes Schlafbedürfnis (warm/kalt, hell/dunkel, laut/leise) hat und nicht länger Kompromisse machen will.

Für den Schlafraum gilt: kein Handy, keinen Fernseher, keinen Computer. Ein Schlafzimmer ist auch kein Bügelzimmer oder Abstellraum. Das Bett ist nur zum Schlafen da und zum Liebe machen. Denn nach dem Sex sind unsere Muskeln und Nerven voll entspannt, und wir haben beste Voraussetzungen geschaffen, um auch gemeinsam gut zu schlafen. Was wirklich guter Schlaf ist, erkennt man daran, dass man morgens aufsteht und sich erholt fühlt. Da ist der eigene Körper immer der beste Ratgeber.

Wilfried Scholz, Schlafberater und Polaritypraktizierender, Bielefeld


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