Schmölders, Claudia: Die wilde Frau
Claudia Schmölders ist die Herausgeberin einer Sammlung von mythischen Geschichten zum "Staunen, Fürchten und Begehren" ...
Es sind rund sechzig Erzählungen aus meist vorschriftlichen und außereuropäischen Kulturen, die aus einer Zeit berichten, in der sich Frauen ganz offensichtlich mit "erstaunlicher Macht und Selbständigkeit" zwischen dies- und jenseitiger Welt bewegten.
Zwölf Kapitel, die jeweils mit Erläuterungen zu den einzelnen Geschichten eingeleitet werden, erzählen von den unterschiedlichen Erscheinungsformen der mythischen, wilden Frau: von der Großen Mutter, von Köchinnen, Amazonen, holden Feen und Hexen ... dabei tut sich eine archaische, rätselhafte, oft skurrile Welt auf, in der die Wurzeln weiblicher Geschichte und Autonomie sichtbar werden.
Bei der Lektüre spürt man die Dynamik des gesprochenen Wortes und des freien Fabulierens. Denn trotz der Veröffentlichung in Buchform betont die Herausgeberin, dass alle Geschichten dem lebendigen Kontext von Erzählen und Zuhören entstammen, „einer akustischen Fantasie einer hörbaren Inszenierung“.
"Die wilde Frau" von Claudia Schmölders (Hrsg.), 304 Seiten, Diederichs.




